Im Interview: Mirja Zielke, Palliativ-Pflegekraft im Hospiz

(27.04.2020) Mirja Zielke arbeitet seit vielen Jahren als Pflegefachkraft im Hospiz Brücke, das ebenfalls von der Zentrale von Private Fürsorge betrieben wird. Die 49-jährige wird ins Hospiz Sirius wechseln, sobald es an den Start geht.

Frau Zielke, was macht aus Ihrer Sicht die Arbeit in einem stationären Hospiz aus?

Ich mag das sehr individuelle Arbeiten im Hospiz. Wir haben die Möglichkeit, auf die Wünsche der Hospizgäste einzugehen. Und nicht zuletzt schaffen wir es trotz der Schwere unserer Arbeit auch gemeinsam zu lachen. Das ist sehr wichtig.

Empfinden Sie es als eine große Belastung, Menschen beim Sterben zu begleiten?

Nein, nicht generell. Es gibt natürlich belastende Situationen und Momente. Die verarbeiten wir durch Gespräche im Team. Außerdem habe ich Möglichkeiten für mich gefunden, wo ich gut abschalten kann. Ich bin zum Beispiel gern in der Natur, mache Spaziergänge mit unserem Hund und kann mich auch innerhalb meiner Familie austauschen.

Was sollte man als Pflegekraft für die Arbeit in einem Hospiz mitbringen?

Man sollte empathisch sein und gut im Team arbeiten können. Das finde ich ganz wesentlich für die Hospizarbeit. Außerdem sollte man im Umgang mit den Gästen auch mal etwas einfach ‚lassen‘ können  und das dann aushalten, zum Beispiel indem man akzeptiert, wenn die sterbenden Menschen nicht mehr essen oder trinken möchten 
Auch Lust auf Angehörigenarbeit sollte man mitbringen, denn die Kommunikation und die Einbindung der Angehörigen ist ebenfalls ein wichtiger Teil unserer Arbeit.  


Sie werden beim Start von Hospiz Sirius dabei sein. Welche Erwartungen haben Sie?

Ich arbeite seit 2002 – von einer kurzen Unterbrechung abgesehen – im hospiz:brücke. Mich reizt die Herausforderung, in einem neuen Team noch mal was Neues aufzubauen und meine Erfahrungen einzubringen. Zumal ich weiß, dass das hospiz:brücke und das Hospiz Sirius in enger Verbindung stehen werden.
Die Gästezimmer im Hospiz Sirius sind alle ebenerdig. Es wird eine Hauswirtschafterin geben, die für die Gäste kocht. Das sind sehr gute Bedingungen für die Gästeversorgung.
Zudem mag ich den Standort in Arsten und hoffe auf eine gute Einbindung in die Nachbarschaft. 


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